Technik
Wix, Jimdo oder Webdesigner? Eine ehrliche Entscheidungshilfe
Wann ein Baukasten völlig reicht, wann er teurer wird als gedacht und warum die eigentliche Falle erst im dritten Jahr zuschnappt.
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Wenn es um eine neue Website geht, steht früher oder später die Frage im Raum: WordPress oder etwas anderes? Die Antwort hängt nicht von persönlicher Vorliebe ab, sondern von einer einzigen Frage: Wie oft ändern Sie Ihre Inhalte selbst?
Dieser Artikel vergleicht beide Wege sachlich. Ich entwickle bewusst ohne WordPress, sage aber auch, wann ein CMS die bessere Wahl ist. Weil ein ehrlicher Vergleich mehr Vertrauen schafft als ein einseitiger.
Und wer noch überlegt, ob es überhaupt ein Entwickler sein muss oder ein Baukasten wie Wix oder Jimdo reicht, findet dazu einen eigenen Vergleich.
WordPress betreibt etwa 40 Prozent aller Websites weltweit. Das ist kein Zufall.
Inhalte lassen sich ohne Programmierkenntnisse ändern. Texte, Bilder, neue Seiten, Blogbeiträge — alles über eine grafische Oberfläche. Für Unternehmen, die täglich oder wöchentlich Inhalte aktualisieren, ist das ein echter Vorteil.
Riesiges Ökosystem. Für fast jede Funktion gibt es ein Plugin: Kontaktformulare, SEO, Buchung, Shop, Mitgliederbereiche, Mehrsprachigkeit. Die meisten Probleme hat schon jemand gelöst.
Viele Anbieter. WordPress-Entwickler gibt es überall. Wenn Ihr aktueller Anbieter aufhört, finden Sie einen neuen. Die Abhängigkeit von einer einzelnen Person ist geringer als bei individueller Entwicklung.
Niedrigere Einstiegskosten. Ein WordPress-Projekt mit gekauftem Theme startet ab etwa 1.000 Euro. Ein individuell entwickeltes Projekt kostet im Einstieg mehr.
Die Nachteile zeigen sich nicht am ersten Tag, sondern über die Monate.
Ladezeiten. Ein typisches WordPress-Setup mit Theme, Page Builder und einem Dutzend Plugins lädt auf Mobilgeräten in 3 bis 6 Sekunden. Das klingt nach wenig, kostet aber messbar Besucher und ist ein Nachteil bei Google. Die Core Web Vitals, die Google als Rankingfaktor verwendet, sind bei WordPress-Seiten häufig im orangenen oder roten Bereich.
Zum Vergleich: Individuell entwickelte Seiten auf modernen Frameworks laden typischerweise unter einer Sekunde.
Sicherheit. WordPress ist das meistangegriffene CMS der Welt — nicht weil es schlecht gebaut ist, sondern weil es das verbreitetste ist. Jedes Plugin ist eine potenzielle Schwachstelle. Jedes Plugin-Update, das nicht eingespielt wird, ist ein offenes Tor.
In der Praxis bedeutet das: Regelmäßige Updates sind nicht optional, sondern Pflicht. Wer die Wartung vernachlässigt, riskiert gehackte Seiten, Spam-Injections und im schlimmsten Fall den Verlust von Kundendaten. Was im Ernstfall zuerst zu tun ist und welche Frist dann läuft, steht im Artikel zur gehackten Website.
Laufende Kosten. Was WordPress im Einstieg spart, gibt es über die Jahre zurück:
Über drei bis vier Jahre summiert sich das auf 2.000 bis 5.000 Euro zusätzlich zum Erstellungspreis.
Updates als Risiko. Ein WordPress-Update kann Plugins brechen. Ein Plugin-Update kann das Theme brechen. Wer Kompatibilität nicht vor jedem Update prüft, riskiert eine defekte Seite. Das ist kein theoretisches Problem — es passiert regelmäßig.
Individuelle Entwicklung bedeutet: Ihre Website wird als eigenständiges Softwareprojekt gebaut, ohne vorgefertigtes CMS. Moderne Frameworks wie Next.js, Astro oder Nuxt erzeugen Seiten, die der Browser direkt rendern kann, ohne erst ein CMS laden zu müssen.
Geschwindigkeit. Der auffälligste Unterschied. Kein CMS, kein Page Builder, keine Plugin-Kette zwischen Anfrage und Antwort. Das Ergebnis sind Ladezeiten deutlich unter einer Sekunde und Core Web Vitals im grünen Bereich — messbar, nicht behauptet.
Sicherheit. Ohne Plugin-Ökosystem gibt es weniger Angriffsfläche. Es gibt keine Datenbank, in die SQL-Injections geschleust werden können, kein Admin-Login, das Brute-Force-Angriffen ausgesetzt ist. Die Seite wird als statische Dateien ausgeliefert oder serverseitig gerendert, ohne öffentlich zugängliche Verwaltungsoberfläche.
Wartungsaufwand. Keine Plugin-Updates, keine Theme-Kompatibilität, keine Datenbankoptimierung. Updates betreffen den Quellcode und sind kontrolliert.
Langfristige Kosten. Keine Lizenzgebühren. Hosting auf modernen Plattformen wie Netlify oder Vercel ist im Basisplan kostenlos. Wartung beschränkt sich auf inhaltliche Änderungen und gelegentliche Abhängigkeits-Updates.
Kein Redaktionssystem. Das ist der wichtigste Punkt. Wenn Sie jeden Dienstag einen neuen Blogbeitrag veröffentlichen, eine Speisekarte wöchentlich ändern oder Produktlisten täglich pflegen, brauchen Sie eine Oberfläche dafür. Ohne CMS bedeutet jede Textänderung: Datei bearbeiten, committen, deployen. Für die meisten Nicht-Techniker ist das keine Option.
Es gibt Mittelwege — Headless CMS wie Contentful, Sanity oder Strapi als Redaktionsoberfläche, die an ein modernes Frontend angebunden werden. Aber das erhöht die Komplexität und den Preis.
Kleinerer Anbietermarkt. Next.js-Entwickler gibt es weniger als WordPress-Entwickler. Wenn Sie den Anbieter wechseln wollen, ist die Auswahl kleiner. Der Code ist portabel, aber die Person, die ihn versteht, muss gefunden werden.
Höherer Einstiegspreis. Individuell entwickelte Seiten kosten im Einstieg mehr, weil jede Komponente gebaut statt konfiguriert wird. Typisch: 30 bis 50 Prozent mehr als ein vergleichbares WordPress-Projekt.
Über vier Jahre gerechnet, für eine typische Unternehmenswebsite mit 5 bis 8 Seiten.
| Kostenpunkt | WordPress | Individuell (Next.js) |
|---|---|---|
| Erstellung | 2.000 – 4.000 € | 2.500 – 5.000 € |
| Theme/Plugin-Lizenzen (4 Jahre) | 1.200 – 2.400 € | 0 € |
| Hosting (4 Jahre) | 720 – 2.400 € | 0 – 480 € |
| Wartung (4 Jahre) | 2.400 – 9.600 € | 960 – 4.320 € |
| Gesamtkosten 4 Jahre | 6.320 – 18.400 € | 3.460 – 9.800 € |
Die Spanne ist groß, weil der Wartungsaufwand stark davon abhängt, wie viele Plugins im Einsatz sind und wie oft Inhalte geändert werden. Aber die Tendenz ist eindeutig: Was WordPress im Einstieg spart, zahlen Sie in Lizenzen und Wartung zurück.
In diesen Fällen ist WordPress eine vernünftige Wahl. Nicht jede Website braucht Ladezeiten unter einer Sekunde.
Besonders bei Mehrsprachigkeit zeigt sich der Unterschied: WordPress-Plugins für Mehrsprachigkeit erzeugen häufig fehlerhafte hreflang-Auszeichnungen, die Google verwirren. In individuellen Projekten wird die Sprachstruktur einmal sauber gebaut und funktioniert zuverlässig.
Die Frage ist nicht "WordPress oder Next.js". Die Frage ist: Wie oft müssen Nicht-Techniker Inhalte ändern?
Wenn die Antwort "täglich" oder "wöchentlich" lautet, gehört ein CMS ins Projekt. Das kann WordPress sein, das kann ein Headless CMS sein.
Wenn die Antwort "selten" lautet — und das trifft auf die Mehrheit der Unternehmenswebsites zu — dann ist ein CMS Overhead, der Geld kostet und Probleme erzeugt, die es ohne ihn nicht gäbe.
Ich sage das gleich in meiner ersten Einschätzung, auch wenn es bedeutet, dass ein WordPress-Projekt bei einem anderen Anbieter besser aufgehoben wäre. Lieber ein ehrlicher Rat als ein Projekt, das am Ende nicht passt.
Ist WordPress unsicher? WordPress selbst wird regelmäßig aktualisiert. Die Sicherheitsprobleme kommen in der Praxis von veralteten Plugins und Themes. Wer die Wartung konsequent betreibt, kann WordPress sicher betreiben. Die Frage ist, ob Sie das dauerhaft tun wollen.
Kann ich meine WordPress-Seite später auf Next.js umziehen? Grundsätzlich ja. Die Inhalte lassen sich exportieren, das Design wird neu gebaut. Es ist ein Relaunch, kein Umzug — rechnen Sie mit dem Aufwand einer neuen Website.
Brauche ich für Next.js einen Entwickler für jede Textänderung? Für eine Textänderung auf einer statischen Seite: ja, jemand muss die Datei bearbeiten. Für häufige Änderungen kann ein Headless CMS angebunden werden, das eine Redaktionsoberfläche bietet. Das erhöht die Projektkosten um etwa 20 bis 30 Prozent.
Was ist schneller für Google: WordPress oder Next.js? Messbar ist Next.js in den meisten Fällen deutlich schneller. Googles Core Web Vitals sind ein Rankingfaktor, und statisch generierte oder serverseitig gerenderte Seiten haben hier strukturelle Vorteile.
Warum entwickeln Sie nicht mit WordPress? Weil meine Kunden überwiegend stabile Unternehmenspräsenzen brauchen, nicht täglich gepflegte Content-Portale. Für diesen Anwendungsfall ist die Kombination aus Geschwindigkeit, Sicherheit und niedrigen Langzeitkosten mit einem modernen Framework besser.
Für Projekte, die ein vollwertiges CMS brauchen, empfehle ich gern einen Kollegen weiter.
WordPress und individuelle Entwicklung lösen unterschiedliche Probleme. Die Entscheidung hängt nicht an der Technik, sondern an einer praktischen Frage: Wie oft und von wem werden Inhalte geändert?
Wer selten ändert, zahlt bei WordPress dauerhaft für Flexibilität, die er nicht nutzt. Wer häufig ändert, braucht diese Flexibilität und sollte sie haben.
Die schlechteste Entscheidung ist keine bewusste: WordPress wählen, weil "man das halt so macht", oder individuelle Entwicklung wählen, weil es moderner klingt. Fragen Sie stattdessen nach Ihrem tatsächlichen Bedarf.
Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg für Ihr Projekt passt: Schreiben Sie mir kurz, was Sie vorhaben. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung — auch wenn sie lautet, dass WordPress die bessere Wahl wäre.
ThemenCMS und Baukasten, Next.js, Website-Kosten, Ladezeit, Sicherheit
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Acht Anzeichen, dass Ihre Website erneuert werden sollte, wie Sie dabei Ihre Google-Positionen schützen und was ein Relaunch realistisch kostet.
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Was eine Website 2026 wirklich kostet: echte Preisspannen, versteckte Kostenfallen und meine Festpreise aus Braunschweig. Ohne Agentur-Aufschlag.