Website für Handwerker: was wirklich Anfragen bringt
Das Wichtigste in Kürze
- Für Handwerksbetriebe ist das Google Business Profil oft wichtiger als die Website selbst.
- Was Anfragen bringt: Einsatzgebiet, echte Projektfotos, sichtbare Telefonnummer, Bewertungen.
- Was nichts bringt: Stockfotos, Animationen, ein Blog ohne Inhalte.
- Bei Meisterbetrieben gehören Kammer und Berufsbezeichnung ins Impressum.
- Eine funktionierende Handwerker-Website gibt es ab 1.200 €.
Die meisten Handwerksbetriebe leben von Empfehlungen. Das funktioniert, bis der Auftragsbestand schwankt oder ein Wettbewerber sichtbarer wird. Dann stellt sich die Frage nach einer Website.
Was dabei häufig passiert: Eine Agentur baut einen schönen Auftritt mit Stockfotos und Animationen, der Betrieb zahlt viertausend Euro und bekommt trotzdem keine Anfragen darüber.
Dieser Artikel beschreibt, was auf einer Handwerker-Website tatsächlich Anfragen erzeugt und was man sich sparen kann.
Inhalt
Zuerst: das Google Business Profil
Bevor Sie über eine Website nachdenken, richten Sie ein Google Business Profil ein. Kostenlos, dreißig Minuten Aufwand, und für lokale Handwerksbetriebe oft wirksamer als jede Website.
Wenn jemand nach "Elektriker Braunschweig" sucht, erscheinen zuerst drei Einträge mit Karte, Bewertungen und Telefonnummer — der sogenannte Local Pack. Erst darunter kommen die klassischen Suchergebnisse. Wer im Local Pack steht, bekommt den Anruf.
Was Sie brauchen:
- Registrierung auf business.google.com
- Kategorie wählen (z. B. Elektriker, Sanitärinstallateur, Maler)
- Einsatzgebiet festlegen (Städte, in denen Sie arbeiten)
- Verifizierung durchlaufen (Postkarte oder Telefon)
- Fotos hochladen — echte Bilder Ihrer Arbeit, nicht Stockfotos
- Die ersten fünf Kunden um eine Bewertung bitten
Fünf Bewertungen mit vier oder fünf Sternen bringen im lokalen Suchergebnis mehr als jede Suchmaschinenoptimierung. Das ist nicht übertrieben, sondern die Funktionsweise des Local Pack.
Was auf die Website gehört
Das Einsatzgebiet, konkret genannt
Der häufigste Fehler: "Wir sind in der Region tätig." Welche Region? Google weiß es nicht, der Kunde auch nicht.
Nennen Sie die Städte und Ortsteile beim Namen: Braunschweig, Wolfenbüttel, Salzgitter, Peine, Umkreis 40 Kilometer. Das ist gleichzeitig eine Information für den Kunden und ein Signal für Google.
Echte Fotos Ihrer Arbeit
Ein Stockfoto von einem lächelnden Handwerker mit verschränkten Armen sagt nichts. Ein Foto Ihrer tatsächlich verlegten Fliesen, Ihrer eingebauten Heizung, Ihres fertigen Dachs sagt alles.
Handyfotos in ordentlicher Qualität reichen völlig. Wichtiger als die Kamera ist, dass es Ihre Arbeit ist. Vorher-Nachher-Bilder funktionieren besonders gut.
Rechtlicher Hinweis: Wenn auf den Bildern Kundeneigentum erkennbar ist, holen Sie kurz die Erlaubnis ein.
Die Telefonnummer, sichtbar und anklickbar
Handwerkskunden rufen an. Sie füllen selten Formulare aus, besonders wenn es dringend ist.
Die Nummer gehört oben auf jede Seite, groß genug, und auf dem Handy als Wählen-Link. Ein Tipp, ein Anruf.
Ihre Leistungen, einzeln aufgeführt
Nicht "wir machen alles rund ums Bad", sondern die einzelnen Leistungen benannt: Badsanierung, Duschen barrierefrei umbauen, Rohrbruch beheben, Heizungswartung.
Der Grund ist praktisch: Menschen suchen nach der konkreten Leistung, nicht nach der Kategorie. Wer "Dusche barrierefrei umbauen Braunschweig" sucht, findet keine Seite, auf der nur "Sanitär" steht.
Bei mehreren größeren Leistungsbereichen lohnt sich je eine eigene Seite. Google indexiert Seiten, nicht Absätze.
Notdienst, falls Sie einen anbieten
Wenn Sie außerhalb der regulären Zeiten erreichbar sind, muss das oben stehen. Notdienstsuchen sind die dringendsten und wertvollsten Anfragen überhaupt — und die Konkurrenz ist bei diesen Suchbegriffen oft geringer.
Bewertungen und Referenzen
Zwei bis drei echte Kundenstimmen mit Ort und Auftragsart. Keine erfundenen. Wenn Sie Google-Bewertungen haben, können Sie diese verlinken oder einbinden.
Impressum und Datenschutzerklärung
Pflicht. Bei Handwerksbetrieben zusätzlich:
- Handwerkskammer, bei der Sie eingetragen sind
- Berufsbezeichnung und Staat der Verleihung (bei Meisterbetrieben)
- Umsatzsteuer-ID, falls vorhanden
Details im Artikel zu Impressum und DSGVO.
Was Sie sich sparen können
Stockfotos. Der lächelnde Mann mit Bauhelm auf jeder zweiten Handwerkerseite. Jeder erkennt ihn wieder. Er baut kein Vertrauen auf, sondern das Gegenteil.
Animationen und Videohintergründe. Verlangsamen die Seite, besonders auf dem Handy im Baustellen-Funkloch. Bringen keine Anfrage.
Ein Blog ohne Inhalte. Wenn Sie nicht regelmäßig schreiben wollen — und die meisten Betriebe wollen das zu Recht nicht —, lassen Sie den Blog weg. Eine Seite mit drei Beiträgen von 2022 wirkt schlechter als gar kein Blog.
Ein Kontaktformular als einziger Weg. Formulare sind gut als Ergänzung, aber Handwerkskunden greifen zum Telefon. Beides anbieten, Telefon prominenter.
Zehn Unterseiten für einen Zweimannbetrieb. Fünf gute Seiten sind besser als fünfzehn halbleere.
Wie Sie in Braunschweig gefunden werden
Für lokale Suchen gilt eine andere Logik als für allgemeine. Drei Faktoren zählen.
Nähe. Google zeigt bevorzugt Betriebe in der Nähe des Suchenden. Darauf haben Sie keinen direkten Einfluss, aber ein korrekt eingetragenes Einsatzgebiet hilft.
Bekanntheit. Erwähnungen Ihres Betriebs mit gleichbleibenden Angaben (Name, Adresse, Telefon) auf verschiedenen Plattformen: Gelbe Seiten, Das Örtliche, Handwerkskammer-Verzeichnis, Branchenportale. Wichtig ist die Einheitlichkeit — dieselbe Schreibweise überall.
Relevanz. Ihre Website und Ihr Google-Profil müssen erkennbar machen, was Sie tun und wo. Deshalb die konkreten Leistungen und Orte.
Ein praktischer Punkt für Braunschweig: Präzise Suchbegriffe bringen hier mehr als allgemeine. "Badsanierung Braunschweig Ölper" hat weniger Suchvolumen als "Handwerker Braunschweig", aber die Person dahinter ist deutlich näher an einer Beauftragung.
Was eine Handwerker-Website kostet
| Umfang | Was Sie bekommen | Preis |
|---|---|---|
| One-Pager | Alle Infos auf einer Seite, mobil, mit Rechtstexten | ab 1.200 € |
| 4–6 Seiten | Eigene Seiten je Leistungsbereich, besser für Google | 2.000 – 3.500 € |
| Mit Projektgalerie | Zusätzlich strukturierte Referenzen | 2.500 – 4.500 € |
Laufende Kosten: Domain 10–20 €/Jahr, Hosting 0–30 €/Monat, gelegentliche Aktualisierungen.
Für einen kleinen Betrieb, der über Empfehlungen gut ausgelastet ist, reicht oft der One-Pager plus Google Business Profil. Wer aktiv wachsen will, fährt mit einzelnen Leistungsseiten besser.
Die Reihenfolge
- Google Business Profil einrichten — kostenlos, sofort wirksam
- Fünf Bewertungen sammeln — bei zufriedenen Bestandskunden nachfragen
- Fotos sammeln — bei jedem Auftrag zwei, drei Bilder machen
- Website erstellen lassen — mit den gesammelten Fotos und klaren Leistungen
- Website mit dem Profil verknüpfen — Link im Profil, gleiche Angaben auf beiden Seiten
- Weitere Verzeichnisse — Handwerkskammer, örtliche Branchenbücher
Punkt 3 ist der, den fast alle überspringen und der am meisten bringt. Zwei Minuten pro Baustelle, und nach einem halben Jahr haben Sie Material für eine überzeugende Website.
Häufige Fragen
Brauche ich als Handwerker überhaupt eine Website? Gesetzlich nein. Praktisch: Ein Google Business Profil ist der wichtigere erste Schritt. Eine Website ergänzt es, weil sie mehr Raum für Leistungen und Referenzen bietet und Ihnen selbst gehört.
Reicht eine Facebook-Seite? Als Ergänzung ja, als Ersatz nein. Die Seite gehört Facebook, nicht Ihnen, und wird bei Google schlechter gefunden.
Muss ich meinen Meisterbrief auf der Website zeigen? Nicht als Bild, aber die Berufsbezeichnung und die zuständige Kammer gehören ins Impressum. Ein Hinweis auf den Meisterbetrieb auf der Startseite schafft zusätzlich Vertrauen.
Wie bekomme ich Bewertungen? Direkt fragen, am besten unmittelbar nach abgeschlossener Arbeit, wenn der Kunde zufrieden ist. Ein kurzer Link per WhatsApp oder auf der Rechnung funktioniert gut.
Was, wenn ich eine schlechte Bewertung bekomme? Sachlich antworten, Lösung anbieten. Eine einzelne kritische Bewertung zwischen guten wirkt glaubwürdiger als ausschließlich Fünf-Sterne-Bewertungen.
Muss meine Website barrierefrei sein? Für Betriebe unter zehn Beschäftigten und zwei Millionen Euro Umsatz gilt bei Dienstleistungen eine Ausnahme vom BFSG. Details im Artikel zum BFSG.
Fazit
Eine Handwerker-Website muss nicht schön sein, sie muss funktionieren: gefunden werden, klar sagen was Sie machen und wo, und den Anruf leicht machen.
Das Google Business Profil ist der erste Schritt und kostet nichts. Die Website ergänzt es. Echte Fotos Ihrer Arbeit sind wichtiger als jedes Designelement.
Wenn Sie wissen wollen, was für Ihren Betrieb sinnvoll ist: Beschreiben Sie kurz, was Sie machen und in welchem Gebiet. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung, auch wenn sie lautet, dass ein Google-Profil und ein One-Pager reichen.