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Hilfe & Notfälle

Warum finde ich meine Website nicht bei Google?

Das Wichtigste in Kürze

  • Nicht gefunden werden und nicht indexiert sein sind zwei verschiedene Probleme mit völlig verschiedenen Lösungen.
  • Die site:-Abfrage ist kein verlässliches Diagnosewerkzeug — die Search Console ist die einzige belastbare Quelle.
  • "Discovered" heißt: Google kennt die URL, hat sie aber noch nicht besucht. Ein Warteschlangenthema.
  • "Crawled – currently not indexed" heißt: Google war da und hat sich dagegen entschieden. Ein Qualitätsthema.
  • Bei neuen Seiten sind Wochen normal — der häufigste Fehler ist, zu früh an den falschen Stellschrauben zu drehen.

"Ich gebe meinen Firmennamen bei Google ein und finde nichts." Das ist einer der häufigsten Sätze, mit denen sich jemand nach einem Website-Start meldet. Und in der Mehrzahl der Fälle steckt dahinter gar nicht das Problem, das der Satz vermuten lässt.

Denn es gibt zwei völlig verschiedene Situationen, die sich gleich anfühlen:

Ihre Seite ist nicht im Index. Google kennt sie nicht oder hat entschieden, sie nicht aufzunehmen. Sie taucht bei keiner Suche auf, auch nicht bei Ihrem Firmennamen.

Ihre Seite ist im Index, rankt aber nicht. Google kennt sie, zeigt sie aber nicht auf Seite eins für den Suchbegriff, den Sie eingegeben haben.

Das sind unterschiedliche Probleme mit unterschiedlichen Lösungen, und der erste Schritt ist immer, herauszufinden, in welcher der beiden Situationen Sie sich befinden.

Inhalt
  1. Zuerst: die richtige Diagnose
  2. Die drei Stufen, die Google durchläuft
  3. "Discovered – currently not indexed"
  4. "Crawled – currently not indexed"
  5. Wie lange ist normal?
  6. Wenn wirklich etwas blockiert
  7. Der andere Fall: indexiert, aber nicht auf Seite eins
  8. Häufige Fragen
  9. Kurz zusammengefasst

Zuerst: die richtige Diagnose

Der verbreitete Trick ist, site:ihre-domain.de bei Google einzugeben. Das gibt einen groben Hinweis, ist aber kein verlässliches Diagnosewerkzeug: Die Ergebnisse dieser Abfrage sind bekanntermaßen unvollständig und schwanken.

Die belastbare Quelle ist die Google Search Console. Sie ist kostenlos, und wenn Sie sie noch nicht eingerichtet haben, ist das der eigentliche erste Schritt — nicht irgendeine Optimierungsmaßnahme.

Dort gibt es zwei Stellen, die Sie brauchen:

Die URL-Prüfung oben in der Suchleiste. Sie geben eine konkrete Adresse ein und bekommen die Antwort für genau diese Seite: im Index oder nicht, und falls nicht, warum.

Der Bereich Indexierung → Seiten. Dort steht, wie viele Seiten indexiert sind, wie viele nicht, und aus welchen Gründen.

Wenn dort steht, dass Ihre Seiten indexiert sind, haben Sie kein Indexierungsproblem, sondern ein Ranking-Problem. Springen Sie zum vorletzten Abschnitt.

Die drei Stufen, die Google durchläuft

Um die Statusmeldungen zu verstehen, hilft ein Blick auf den Ablauf. Google macht drei getrennte Dinge:

Entdecken. Google erfährt, dass es eine URL gibt — über Ihre Sitemap, über einen internen Link, über einen Link von außen.

Crawlen. Der Googlebot ruft die Seite tatsächlich ab und liest den Inhalt.

Indexieren. Google bewertet den Inhalt und entscheidet, ob er in den Suchindex aufgenommen wird.

Eine Seite kann an jeder dieser drei Stufen hängenbleiben, und die Search Console sagt Ihnen, an welcher. Das ist die wichtigste Information überhaupt, weil die Maßnahmen sich völlig unterscheiden.

"Discovered – currently not indexed"

Das bedeutet: Google kennt die URL, hat sie aber noch nicht besucht. Die Seite steht in der Warteschlange.

Das ist in erster Linie kein Qualitätsproblem, sondern ein Prioritätsthema. Google entscheidet anhand von Nachfrage und Autorität einer Domain, wie viel Aufwand es in ihr Crawling steckt. Bei einer neuen Seite ohne Historie ist diese Priorität naturgemäß niedrig.

Bei wenigen betroffenen URLs auf einer neuen Seite ist das ein normaler Warteschlangenzustand. Ernst wird es, wenn wichtige Seiten betroffen sind, wenn die Zahl steigt oder wenn die betroffenen URLs einem erkennbaren Muster folgen.

Was hilft: interne Verlinkung. Wenn Google eine Seite nur über die Sitemap kennt und keine einzige andere Seite Ihrer Website auf sie verweist, dann gibt es kein Signal, dass sie wichtig wäre. Drei bis fünf inhaltlich passende Links von bereits indexierten Seiten verändern diese Einschätzung mehr als jede technische Maßnahme.

"Crawled – currently not indexed"

Das ist die andere Meldung, und sie bedeutet etwas grundsätzlich anderes: Google war da, hat die Seite gelesen und sich dagegen entschieden, sie aufzunehmen.

Das ist kein technisches Problem mehr, sondern eine Bewertung. Google veröffentlicht die genauen Kriterien nicht, aber die typischen Muster sind bekannt: sehr dünne Inhalte, Texte, die anderen Seiten stark ähneln — innerhalb der eigenen Website oder außerhalb —, und Seiten ohne erkennbaren eigenständigen Zweck.

Bei manchen Seitentypen ist dieser Status normal und braucht keine Maßnahme: Login-Seiten, Warenkorb, Kontoseiten, paginierte Übersichten, RSS-Feeds. Die gehören ohnehin nicht in den Index.

Bei Inhaltsseiten dagegen ist es ein Hinweis. Und der wichtigste Punkt dazu: Wenn Sie die Seite unverändert lassen, wird Google beim nächsten Besuch zum selben Ergebnis kommen. "Erneut anfordern" ohne inhaltliche Änderung ändert nichts.

Das Wort "currently" ist trotzdem ernst gemeint — der Zustand ist nicht endgültig.

Wie lange ist normal?

Der häufigste Fehler bei neuen Websites ist Ungeduld, gefolgt von hektischen Änderungen an den falschen Stellen.

Eine neue Domain hat keine Historie. Google weiß nicht, ob dort regelmäßig etwas erscheint, ob es sich lohnt, häufig vorbeizuschauen, ob die Inhalte Bestand haben. Diese Einschätzung baut sich über Wochen auf, nicht über Tage.

Ein Beispiel aus der eigenen Praxis, Stand Mitte September 2026: Diese Website hier ist neu. Die Sitemap mit knapp siebzig Adressen wurde eingereicht und innerhalb weniger Tage verarbeitet — Status "Erfolgreich", alle URLs erkannt. Die Zahl der tatsächlich indexierten Seiten hinkt dem deutlich hinterher und wächst schrittweise.

Das ist kein Fehler im Aufbau, sondern der normale Verlauf. Ich schreibe das ausdrücklich hier hinein, weil in den meisten Artikeln zu diesem Thema eine Erfolgsgeschichte im Rückblick erzählt wird. Der reale Zustand sieht mitten drin anders aus, und wer das nicht weiß, fängt an, an einer Seite herumzuschrauben, mit der nichts falsch ist.

Was in dieser Phase tatsächlich hilft: die wichtigsten drei bis fünf Seiten über die URL-Prüfung einzeln zur Indexierung anmelden. Das setzt sie in eine bevorzugte Warteschlange. Für alle Seiten geht das nicht — es gibt ein Kontingent, und es ist auch nicht nötig.

Wenn wirklich etwas blockiert

Bevor Sie auf Geduld setzen, schließen Sie die technischen Ursachen aus. Sie sind selten, aber wenn sie vorliegen, ändert kein Warten etwas.

Ein vergessenes noindex. Die häufigste echte Ursache. Während der Entwicklung wird die Seite oft für Suchmaschinen gesperrt, und beim Livegang vergisst jemand, das zurückzunehmen. Die URL-Prüfung zeigt das eindeutig an.

Eine Sperre in der robots.txt. Verhindert das Crawlen ganzer Bereiche. Ebenfalls in der Search Console sichtbar.

Die Seite ist nicht erreichbar oder zu langsam. Wenn der Googlebot Zeitüberschreitungen bekommt, wird gedrosselt. Wie sich Ladezeit messen und verbessern lässt, steht im Artikel zu Core Web Vitals.

Inhalte nur per JavaScript. Google kann JavaScript ausführen, aber es dauert länger und geht öfter schief. Wenn der wesentliche Inhalt erst nach dem Laden entsteht, kann er verzögert oder unvollständig erfasst werden. Lässt sich das nicht mit einzelnen Korrekturen beheben, ist irgendwann ein Relaunch die ehrlichere Antwort als weitere Reparaturen.

Eine Sicherheitswarnung. Wenn Google die Seite als kompromittiert einstuft, verschwindet sie aus den Ergebnissen. Das steht dann in der Search Console unter Sicherheitsprobleme — und was dann zu tun ist, ist ein eigenes Thema.

Bei mehrsprachigen Seiten: falsche hreflang-Angaben. Wenn die Sprachversionen sich nicht sauber gegenseitig referenzieren, spielt Google die falsche Version aus oder wertet sie als Duplikate. Details dazu im Artikel zu mehrsprachigen Websites.

Der andere Fall: indexiert, aber nicht auf Seite eins

Wenn die Search Console sagt, dass Ihre Seiten indexiert sind, dann ist die Ausgangsfrage falsch gestellt. Sie werden gefunden — nur nicht bei dem Begriff, den Sie ausprobiert haben.

Zwei Dinge helfen bei der Einordnung:

Suchen Sie nach Ihrem exakten Firmennamen. Wenn Sie dabei erscheinen, sind Sie im Index, und alles Weitere ist eine Frage des Wettbewerbs.

Schauen Sie in die Search Console unter Leistung. Dort steht, bei welchen Suchanfragen Sie tatsächlich angezeigt werden. Das ist fast immer aufschlussreich, weil es selten die Begriffe sind, die man selbst vermutet hätte.

Ein häufiges Missverständnis dahinter: Jemand sucht nach "Fliesenleger" und ist enttäuscht, nicht aufzutauchen. Aber bei einem allgemeinen Branchenbegriff konkurriert man bundesweit mit allen. Bei "Fliesenleger Braunschweig Altbau" sieht das völlig anders aus, und genau dort kommen auch die Anfragen her.

Und noch ein Punkt, den man kennen sollte: Bei lokalen Suchen steht oben oft der Kartenbereich mit drei Einträgen. Der wird nicht über die Website gesteuert, sondern über das Google-Unternehmensprofil. Wer lokal gefunden werden will, kommt daran nicht vorbei — und Bewertungen wirken dort stärker als der beste Text auf der eigenen Seite. Wie Profil und Website bei einem Handwerksbetrieb zusammenspielen, steht im Artikel dazu.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis eine neue Website bei Google auftaucht? Tage bis Wochen, und bei einer neuen Domain eher Wochen. Eine Domain ohne Historie bekommt zunächst wenig Crawl-Priorität, und diese Einschätzung baut sich schrittweise auf. Vollständige Indexierung einer neuen Seite mit mehreren Dutzend Unterseiten zieht sich häufig über Monate.

Kann ich mit site:meine-domain.de prüfen, ob ich indexiert bin? Nur sehr grob. Die Ergebnisse dieser Abfrage sind unvollständig und schwankend. Verlässlich ist die URL-Prüfung in der Search Console, weil sie die Antwort für die konkrete Adresse direkt aus Googles Daten liefert.

Was ist der Unterschied zwischen "Discovered" und "Crawled – currently not indexed"? "Discovered" heißt, Google kennt die URL, hat sie aber noch nicht abgerufen — ein Warteschlangen- und Prioritätsthema. "Crawled" heißt, Google war da und hat sich gegen die Aufnahme entschieden — ein Bewertungsthema. Die Maßnahmen unterscheiden sich völlig: im ersten Fall interne Verlinkung, im zweiten der Inhalt selbst.

Hilft es, die Indexierung immer wieder manuell anzufordern? Bei "Discovered" kann ein einmaliges Anfordern die Warteschlange verkürzen. Bei "Crawled – currently not indexed" ohne inhaltliche Änderung nicht: Google hat die Seite bereits bewertet und wird beim nächsten Besuch zum selben Schluss kommen. Es gibt außerdem ein Kontingent für diese Anfragen.

Muss ich eine Sitemap einreichen? Sie hilft beim Entdecken, garantiert aber keine Indexierung. Eine Sitemap sagt Google, dass URLs existieren — ob sie aufgenommen werden, entscheidet sich danach. Der Status "Erfolgreich" bedeutet also, dass die Datei gelesen wurde, nicht dass die Seiten im Index sind.

Ich bin bei meinem Firmennamen zu finden, aber sonst bei nichts. Ist das ein Fehler? Nein, das ist der normale Ausgangszustand. Der eigene Name ist der einfachste Suchbegriff, weil niemand sonst dafür konkurriert. Alles andere ist Wettbewerb, und der beginnt bei spezifischen, längeren Suchanfragen — nicht bei allgemeinen Branchenbegriffen.

Meine Seite war indexiert und ist jetzt verschwunden. Was tun? Zuerst die URL-Prüfung: Steht dort ein noindex, eine robots-Sperre oder ein Fehler beim Abruf? Dann die Sicherheitsprobleme prüfen. Und wenn kürzlich ein Relaunch stattgefunden hat, ist die häufigste Ursache eine geänderte Adressstruktur ohne Weiterleitungen.

Kurz zusammengefasst

Erst diagnostizieren, dann handeln. Die Search Console sagt Ihnen, an welcher der drei Stufen es hakt, und ohne diese Information optimieren Sie ins Blaue.

Bei einer neuen Website ist Warten kein Versäumnis, sondern der Normalfall. Was in dieser Zeit wirklich wirkt, ist interne Verlinkung — und Inhalte, die einen eigenen Grund haben, zu existieren.