Technik
Neue Website, alte Domain: Was mit Adresse, E-Mail und Google passiert
Die Domain bleibt, nur das Ziel dahinter wechselt. Was beim Umschalten mit E-Mail, alten Adressen und Google-Positionen geschieht und was Sie vorher klären sollten.
Technik
Ihre Website ist fünf Jahre alt, funktioniert irgendwie, aber Sie merken, dass etwas nicht mehr stimmt. Auf dem Handy verrutscht das Layout, die Ladezeit nervt, und die Rechtstexte stammen noch aus der Zeit vor der DSGVO.
Die Frage ist: reparieren oder neu bauen?
Dieser Artikel gibt Ihnen acht konkrete Prüfpunkte, mit denen Sie das selbst beurteilen können. Dazu, was ein Relaunch kostet und wie Sie dabei Ihre Google-Positionen schützen.
Öffnen Sie Ihre Website auf dem Smartphone. Müssen Sie horizontal scrollen? Sind Buttons zu klein zum Antippen? Überlappen sich Elemente?
Mehr als die Hälfte aller Besucher kommt vom Handy. Google indexiert seit Jahren primär die mobile Version. Eine Seite, die auf dem Smartphone bricht, verliert Besucher und Rankings gleichzeitig.
Testen Sie Ihre Seite mit PageSpeed Insights von Google. Kostenlos, dauert eine Minute. Achten Sie auf den Mobilwert.
Unter 50 Punkte: kritisch. 50 bis 89: verbesserungsfähig. Über 90: gut.
Jede zusätzliche Sekunde Ladezeit kostet messbar Besucher. Bei drei Sekunden springt ein erheblicher Teil ab, bevor die Seite überhaupt sichtbar ist.
Prüfen Sie: Steht im Impressum eine Telefonnummer? Nennt die Datenschutzerklärung alle tatsächlich eingesetzten Dienste? Werden Schriften von Google-Servern geladen?
Details dazu im Artikel zu Impressum und DSGVO. Veraltete Rechtstexte sind ein Abmahnrisiko, das unabhängig vom Alter der Seite besteht.
Wenn Sie für jede Preisänderung den Entwickler anrufen müssen, und der antwortet nicht mehr, ist das ein struktureller Fehler. Entweder braucht die Seite ein Redaktionssystem oder einen erreichbaren Betreuer.
Häufiger als man denkt. Prüfen Sie sofort: Auf wen ist die Domain registriert? Wer hat Zugang zum Hosting? Liegt der Quellcode irgendwo, wo Sie herankommen?
Wenn die Antwort dreimal "weiß nicht" lautet, ist ein Relaunch nicht nur sinnvoll, sondern notwendig — allein um wieder Kontrolle über den eigenen Auftritt zu bekommen.
Wie Sie in dem Fall Domain und Zugänge zurückholen, habe ich in einem eigenen Artikel Schritt für Schritt beschrieben.
Schwer objektiv zu messen, aber Besucher bewerten Glaubwürdigkeit in Sekundenbruchteilen. Eine Seite, die nach 2014 aussieht, lässt den Betrieb dahinter ebenfalls veraltet wirken — auch wenn er es nicht ist.
Typische Merkmale: Schlagschatten und Verläufe überall, Stockfotos mit Handschlag, Textblöcke ohne Struktur, Flash-Reste, Seitenleisten voller Widgets.
Wenn seit einem Jahr niemand über die Website Kontakt aufnimmt, liegt das selten am Zufall. Meist an einer Kombination: schlecht auffindbar bei Google, unklares Angebot, kein sichtbarer Kontaktweg.
Bei WordPress-Seiten mit vielen Plugins häufen sich Kompatibilitätsprobleme. Irgendwann kostet jede Kleinigkeit einen halben Tag. An dem Punkt ist Neubau günstiger als Weiterflicken.
Reparieren reicht, wenn: ein oder zwei Punkte oben zutreffen, die Grundstruktur solide ist und Sie Zugang zu allem haben.
Neu bauen ist sinnvoll, wenn: drei oder mehr Punkte zutreffen, die technische Basis veraltet ist oder Sie keinen Zugang mehr zum bestehenden System haben.
Eine grobe Faustregel: Wenn die Reparaturkosten 60 Prozent eines Neubaus übersteigen, bauen Sie neu. Sie bekommen dann eine aktuelle Basis statt einer geflickten alten.
Der größte Fehler beim Relaunch: die neue Seite geht online und die Rankings brechen ein. Das Risiko lässt sich deutlich senken, wenn drei Dinge beachtet werden.
Jede alte URL, die sich ändert, braucht eine 301-Weiterleitung auf die entsprechende neue URL. Nicht pauschal auf die Startseite — das wertet Google als Fehler und die alte Position geht verloren.
Vorgehen: Alle bestehenden URLs erfassen (Screaming Frog, kostenlos bis 500 URLs, oder die Sitemap), jeder alten URL eine neue zuordnen, Weiterleitungen einrichten, nach dem Livegang testen.
Seiten, die bei Google gut ranken, sollten inhaltlich erhalten bleiben. Prüfen Sie vorher in der Search Console, welche Seiten Besucher bringen. Diese Inhalte werden übernommen und verbessert, nicht gelöscht.
Bevor die alte Seite abgeschaltet wird:
Nach dem Abschalten ist vieles davon nicht mehr rekonstruierbar.
| Umfang | Preis |
|---|---|
| Landingpage / One-Pager neu | ab 1.200 € |
| Unternehmenswebsite 5–8 Seiten | 2.500 – 5.000 € |
| Mit Inhaltsübernahme und Weiterleitungen | zzgl. 300 – 800 € |
| Mehrsprachig | ab 3.900 € |
| Reine Auffrischung (Design, keine Neuentwicklung) | 800 – 2.000 € |
Der Zusatzposten für Weiterleitungen und Inhaltsübernahme lohnt sich fast immer. Ohne ihn riskieren Sie Rankings, die Sie über Jahre aufgebaut haben.
1. Bestandsaufnahme. Was funktioniert, was nicht, welche Seiten bringen Besucher.
2. Zielklärung. Was soll die neue Seite leisten — mehr Anfragen, andere Zielgruppe, neue Leistungen darstellen.
3. Struktur festlegen. Welche Seiten bleiben, welche kommen dazu, welche entfallen.
4. Design und Umsetzung. Erst Entwurf zur Abstimmung, dann Entwicklung.
5. Weiterleitungen und Test. Vor dem Livegang jede alte URL prüfen.
6. Livegang und Nachkontrolle. In den ersten Wochen die Search Console beobachten: Werden neue Seiten indexiert, gibt es Fehler.
Zeitrahmen: drei bis sechs Wochen für eine typische Unternehmenswebsite. Verzögerungen entstehen häufig durch fehlende Inhalte, nicht durch die Entwicklung.
Verliere ich beim Relaunch meine Google-Rankings? Das Risiko entsteht vor allem, wenn Weiterleitungen fehlen oder Inhalte ersatzlos gelöscht werden. Weiterleitungen und übernommene Inhalte sind dazu da, bestehende Google-Positionen bestmöglich zu schützen. Garantieren kann das niemand, weil Google die Einstufung vornimmt.
Kann ich die alte Seite behalten, bis die neue fertig ist? Ja, und das ist der Normalfall. Die neue Seite wird auf einer Testadresse entwickelt und erst zum Livegang auf die Domain geschaltet.
Was, wenn ich keinen Zugang zum alten Hosting habe? Die Inhalte lassen sich über den Browser sichern. Kritisch ist nur der Domain-Zugang — ohne ihn kann die neue Seite nicht auf die Domain geschaltet werden. Prüfen Sie bei Ihrem Registrar, auf wen die Domain läuft.
Lohnt sich ein Relaunch bei einer Seite, die niemand besucht? Dann ist die Frage nicht der Relaunch, sondern warum niemand kommt. Meist fehlt Sichtbarkeit bei Google oder ein Google Business Profil. Ein neuer Auftritt allein bringt keine Besucher, wenn niemand ihn findet.
Wie oft sollte man eine Website erneuern? Es gibt kein festes Intervall. Technisch solide gebaute Seiten halten fünf bis acht Jahre. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern ob die oben genannten Punkte zutreffen.
Ein Relaunch ist keine Frage des Alters, sondern der Funktionsfähigkeit. Prüfen Sie die acht Punkte oben. Treffen drei oder mehr zu, lohnt sich eine Neuentwicklung meist mehr als weiteres Flicken.
Wichtiger als das Design ist die Vorbereitung: Rankings sichern, URLs dokumentieren, Weiterleitungen planen. Ein technisch schöner Relaunch, der die Google-Positionen verliert, ist ein Rückschritt.
Wenn Sie unsicher sind, ob sich ein Relaunch für Ihre Seite lohnt: Schicken Sie mir die Adresse. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung, auch wenn sie lautet, dass eine Auffrischung reicht.
Für Betriebe in Braunschweig und Umgebung beschreibe ich auf der Seite Website überarbeiten lassen, wie ich einen Relaunch umsetze: mit einem kostenlosen Entwurf des ersten Bildschirms neben Ihrer alten Seite.
ThemenRelaunch und Umzug, SEO, Ladezeit, Website-Kosten
Technik
Die Domain bleibt, nur das Ziel dahinter wechselt. Was beim Umschalten mit E-Mail, alten Adressen und Google-Positionen geschieht und was Sie vorher klären sollten.
Technik
Was LCP, CLS und INP bedeuten, wie Sie Ihre Website in zwei Minuten selbst prüfen und welche Ursachen sich tatsächlich beheben lassen.
Technik
Warum eine zweite Sprachversion mehr ist als übersetzter Text: URL-Struktur, hreflang, typische Fehler und was mehrsprachige Websites kosten.