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Neue Website, alte Domain: Was mit Adresse, E-Mail und Google passiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine neue Website ändert nichts an der Registrierung der Domain: Es wechselt nur der Server, auf den sie zeigt.
  • E-Mail hat eigene Einträge im DNS und läuft in der Regel weiter, solange diese Einträge und die Postfächer unangetastet bleiben.
  • Kündigen Sie das alte Hosting erst, wenn geklärt ist, ob Domain und Postfächer zum selben Vertrag gehören.
  • Jede alte Adresse, die sich ändert, bekommt eine dauerhafte Weiterleitung auf die passende neue Seite.
  • Weiterleitungen schützen bestehende Google-Positionen bestmöglich, eine Garantie für Rankings gibt es nicht.

Die Website soll neu werden, die Adresse soll bleiben. Das ist der Normalfall, und er ist der einfachere: Kunden kennen die Adresse, sie steht auf Visitenkarten und Fahrzeugen, und Google hat sie seit Jahren im Index.

Trotzdem stellen sich vor dem Umschalten vier Fragen. Bleibt die Domain bei mir? Kommen meine E-Mails noch an? Was wird aus den alten Links? Und verliere ich meine Positionen bei Google?

Dieser Artikel geht diese vier Fragen der Reihe nach durch. Ob sich ein Relaunch überhaupt lohnt, steht im Artikel zum Website-Relaunch, hier geht es nur um das Umschalten.

Inhalt
  1. Die Domain bleibt, das Ziel wechselt
  2. Was mit Ihrer E-Mail passiert
  3. Was mit den alten Adressen passiert
  4. Was mit den Google-Positionen passiert
  5. Was Sie vor dem Umschalten klären
  6. Häufige Fragen
  7. Kurz zusammengefasst

Die Domain bleibt, das Ziel wechselt

Eine Domain ist eine Adresse, keine Website. Hinter ihr stehen Einträge im DNS, einer Art Telefonbuch des Internets. Dort ist hinterlegt, auf welchem Server die Website liegt und welcher Server die E-Mails annimmt.

Beim Livegang einer neuen Website werden die Einträge für die Website auf den neuen Server umgestellt. Mehr geschieht mit der Domain nicht. Die Registrierung, der Inhaber und der Vertrag mit Ihrem Anbieter bleiben, wie sie sind.

Dafür braucht es genau eines: Zugang zur DNS-Verwaltung der Domain, also zum Kundenbereich des Anbieters, bei dem sie liegt. Haben Sie diesen Zugang nicht oder wissen Sie nicht, auf wen die Domain registriert ist, klären Sie das zuerst. Wie Sie dabei vorgehen, steht im Artikel zu verlorenen Zugängen.

Die Domain muss für eine neue Website nicht zu einem anderen Anbieter umziehen. Ein Umzug der Domain ist ein eigener Vorgang mit eigenen Risiken und lässt sich später in Ruhe nachholen, falls Sie ihn überhaupt wollen.

Was mit Ihrer E-Mail passiert

Im besten Fall nichts. E-Mail hat im DNS eigene Einträge, die MX-Einträge. Werden nur die Einträge für die Website geändert, laufen die Postfächer in der Regel weiter wie bisher.

Probleme gibt es vor allem in zwei Fällen.

Das alte Hosting wird gekündigt. Bei vielen Anbietern gehören Domain, Webspace und Postfächer zu einem Paket. Wer das Paket kündigt, weil die Website jetzt woanders liegt, kündigt die Postfächer womöglich mit. Fragen Sie vor einer Kündigung bei Ihrem Anbieter nach, was genau zum Vertrag gehört und was mit Domain und Postfächern geschieht.

Die gesamte DNS-Verwaltung zieht um. Wechseln die Nameserver zu einem neuen Anbieter, müssen alle Einträge dort neu angelegt werden, auch die für E-Mail. Fehlt der MX-Eintrag, kommen Nachrichten gar nicht mehr an. Fehlen SPF und DKIM, landen Ihre eigenen Nachrichten beim Empfänger im Spam.

Deshalb gehört vor jedes Umschalten eine Liste aller bestehenden DNS-Einträge: Website, E-Mail und die Einträge, mit denen Ihr E-Mail-Anbieter Ihre Absenderadresse bestätigt (SPF, DKIM). Nach dem Umschalten schicken Sie eine Testnachricht in beide Richtungen.

Was ein Unternehmen bei Hosting und E-Mail grundsätzlich braucht, steht im Artikel zu Hosting, SSL und E-Mail.

Was mit den alten Adressen passiert

Die Domain bleibt, die Adressen der einzelnen Seiten ändern sich oft. Aus /leistungen.html wird /leistungen, aus /ueber-uns/team wird /team, und drei alte Seiten werden zu einer zusammengelegt.

Jede alte Adresse bleibt in Gebrauch: in Google, in Lesezeichen, in Branchenverzeichnissen, im Google-Unternehmensprofil, in E-Mail-Signaturen und als QR-Code auf gedruckten Flyern. Wer sie nach dem Relaunch aufruft, landet ohne Vorkehrung auf einer Fehlerseite.

Die Vorkehrung heißt Weiterleitung. Jede alte Adresse, die sich ändert, bekommt eine dauerhafte Weiterleitung (301) auf die Seite, die sie inhaltlich ersetzt.

So gehe ich dabei vor:

  1. Alle alten Adressen erfassen, bevor die alte Seite abgeschaltet wird: aus der Sitemap, aus der Search Console und indem ich die Seite Seite für Seite durchgehe. Dazu gehören auch PDFs und Bilder, die bei Google gefunden werden.
  2. Jeder alten Adresse eine neue zuordnen. Nicht pauschal die Startseite. Google rät in seiner Anleitung zum Website-Umzug ausdrücklich davon ab, viele alte Adressen auf ein einziges unpassendes Ziel zu leiten.
  3. Vor dem Livegang testen, ob jede Weiterleitung dort ankommt, wo sie soll.
  4. Die Weiterleitungen stehen lassen. Google empfiehlt, sie so lange wie möglich zu behalten, in der Regel mindestens ein Jahr.

Adressen, die gleich bleiben, brauchen nichts. Je mehr Adressen sich nicht ändern, desto weniger kann schiefgehen. Das ist ein guter Grund, eine funktionierende Adressstruktur beim Relaunch nicht ohne Not umzubauen.

Was mit den Google-Positionen passiert

Google indexiert jede Adresse einzeln. Ändert sich eine Adresse, muss Google erst lernen, dass die neue Seite die alte ersetzt. Die Weiterleitung ist das Signal dafür.

Ich richte Weiterleitungen ein, um bestehende Google-Positionen bestmöglich zu schützen. Eine Garantie für Rankings kann niemand geben: Wie eine Seite eingestuft wird, entscheidet Google, und nach einem Relaunch bewertet Google auch die neuen Inhalte und die neue Technik neu.

Was Sie realistisch erwarten können:

Schwankungen in den ersten Wochen. Google schreibt selbst, dass es bei mittelgroßen Websites einige Wochen oder länger dauern kann, bis die neuen Adressen anstelle der alten erscheinen.

Kein Formular bei Google. Das Werkzeug »Adressänderung« in der Search Console ist für den Wechsel auf eine andere Domain gedacht. Bleibt die Domain dieselbe, brauchen Sie es nicht.

Arbeit, die trotzdem bleibt. Die neue Sitemap in der Search Console einreichen und in den Wochen danach prüfen, ob Seiten mit Fehlern gemeldet werden. Dafür brauchen Sie Zugang zur Search Console. Gibt es noch keinen, richten Sie ihn vor dem Relaunch ein, damit es Vergleichswerte gibt.

Positionen gehen vor allem auf drei Wegen verloren: Weiterleitungen fehlen, gut besuchte Seiten werden ersatzlos gelöscht, oder die neue Seite geht mit einer Sperre für Suchmaschinen online, die aus der Testphase übrig geblieben ist. Alle drei lassen sich vor dem Livegang prüfen. Was Sie tun können, wenn eine Seite nach dem Relaunch nicht mehr gefunden wird, steht im Artikel zur Sichtbarkeit bei Google.

Was Sie vor dem Umschalten klären

Frage Wo Sie die Antwort finden
Auf wen ist die Domain registriert? Beim Anbieter, der die Domain verwaltet
Wer hat Zugang zur DNS-Verwaltung? Kundenbereich des Anbieters
Wo liegen die Postfächer? Rechnung des E-Mail- oder Hosting-Anbieters
Gehören Domain und Postfächer zum Hosting-Vertrag? Vertrag, sonst Anfrage beim Anbieter
Welche Seiten bringen heute Besucher? Search Console
Welche Adressen ändern sich? Liste alt gegen neu, vor dem Livegang

Vertragliche Fragen, etwa zu Kündigungsfristen oder dazu, wem die Domain zusteht, beantworte ich nicht. Klären Sie sie mit Ihrem Anbieter.

Häufige Fragen

Muss ich meine Domain für die neue Website umziehen? Nein. Es genügt, die DNS-Einträge für die Website auf den neuen Server zu richten. Die Domain kann bei Ihrem bisherigen Anbieter bleiben.

Ist meine Website beim Umschalten eine Zeit lang nicht erreichbar? Die neue Seite entsteht unter einer Testadresse, die alte bleibt so lange online. Nach dem Umstellen der DNS-Einträge sehen Besucher für eine Übergangszeit noch die alte oder schon die neue Seite, je nachdem, wie lange die alten Einträge beim Internetanbieter des jeweiligen Besuchers zwischengespeichert sind. Deshalb bleibt die alte Seite am alten Ort stehen, bis die Umstellung überall greift.

Kommen während des Umschaltens E-Mails an? In der Regel ja, solange die Einträge für E-Mail und die Postfächer unverändert bleiben. Eine Testnachricht in beide Richtungen nach dem Livegang gehört trotzdem dazu.

Kann ich das alte Hosting sofort kündigen? Erst, wenn feststeht, dass weder die Domain noch die Postfächer zu diesem Vertrag gehören. Fragen Sie im Zweifel beim Anbieter nach.

Bleiben meine Google-Positionen erhalten? Weiterleitungen und übernommene Inhalte schützen sie bestmöglich. Garantieren kann das niemand, weil Google die Einstufung vornimmt. Rechnen Sie in den ersten Wochen mit Schwankungen.

Wie lange müssen die Weiterleitungen bestehen? So lange wie möglich. Google nennt als Richtwert mindestens ein Jahr. Solange alte Adressen auf Flyern oder in Verzeichnissen stehen, lohnt es sich, sie zu behalten.

Ich habe keinen Zugang zur Domain. Geht der Relaunch trotzdem? Bauen lässt sich die neue Seite, online gehen kann sie auf Ihrer Domain nicht. Klären Sie den Zugang zuerst mit dem Anbieter, bei dem die Domain liegt.

Kurz zusammengefasst

Bei einer neuen Website auf der alten Domain wechselt nur das Ziel, auf das die Domain zeigt. Registrierung und Inhaber bleiben. E-Mail läuft in der Regel weiter, wenn ihre DNS-Einträge und die Postfächer unangetastet bleiben, und das alte Hosting wird erst gekündigt, wenn klar ist, was zu diesem Vertrag gehört.

Alte Adressen bekommen Weiterleitungen auf ihre neuen Entsprechungen, um bestehende Google-Positionen bestmöglich zu schützen. Den Rest entscheidet Google.

Wie ich einen Relaunch umsetze und was er kostet, steht auf der Seite Website überarbeiten lassen. Fragen zu Ihrer Domain beantworte ich per E-Mail: info@olafboettcher.de.