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Google Unternehmensprofil einrichten: Bestätigung, Bewertungen und typische Fehler

Das Wichtigste in Kürze

  • Für lokale Betriebe bringt das Google-Profil in den ersten Monaten oft mehr Anrufe als die Website — und es kostet nichts.
  • Welche Bestätigungsmethode Sie bekommen, entscheidet Google automatisch; heute ist es meist ein Video.
  • Die Hauptkategorie beeinflusst die Sichtbarkeit am stärksten und sollte so konkret wie möglich sein.
  • Name, Adresse und Telefon müssen überall identisch sein — auf Website, Profil und in Verzeichnissen.
  • Schlüsselwörter im Firmennamen, Scheinadressen und gekaufte Bewertungen schaden mehr, als sie bringen.

Wer »Elektriker Braunschweig« sucht, sieht zuerst selten eine Website. Er sieht eine Karte mit drei Einträgen, Sternebewertungen und einer Telefonnummer. Viele rufen direkt an, ohne je auf eine Website zu klicken.

Diese drei Einträge stammen aus Google Unternehmensprofilen — früher Google My Business genannt. Für einen lokalen Betrieb ist das Profil in den ersten Monaten oft wertvoller als die eigene Website. Und es kostet nichts.

Trotzdem wird es erstaunlich oft halbherzig angelegt, falsch bestätigt oder ganz vergessen. Dieser Artikel zeigt, wie es richtig geht.

Inhalt
  1. Warum das Profil oft mehr bringt als die Website
  2. Die Bestätigung hat sich geändert
  3. Video-Bestätigung: was ins Bild muss
  4. Fehler, die die Bestätigung scheitern lassen
  5. Was ins Profil gehört
  6. Bewertungen
  7. Was Sie nicht tun sollten
  8. Profil und Website arbeiten zusammen
  9. Häufige Fragen
  10. Kurz zusammengefasst

Warum das Profil oft mehr bringt als die Website

Eine neue Website braucht Wochen, bis Google sie findet, und oft Monate, bis sie für umkämpfte Begriffe weit oben steht. Warum das so ist, erklärt der Artikel zur Indexierung.

Das Unternehmensprofil folgt anderen Regeln. Es erscheint in der lokalen Suche und in Google Maps, und dort entscheiden vor allem Nähe, Relevanz und Bekanntheit — nicht das Alter der Domain.

Für einen Handwerksbetrieb, eine Praxis oder ein Geschäft mit festem Standort ist das Profil deshalb oft der schnellste Weg zu ersten Anfragen. Was die Website eines Handwerksbetriebs zusätzlich leisten sollte, habe ich gesondert beschrieben.

Die Bestätigung hat sich geändert

Wer das Profil vor einigen Jahren eingerichtet hat, erinnert sich an die Postkarte mit Code. Dieses Bild ist überholt.

Google bietet heute fünf Methoden an: Telefon oder SMS, E-Mail, Live-Videoanruf, Postkarte und Videoaufnahme. Welche Sie angeboten bekommen, ermittelt Google automatisch — Sie können es nicht ändern. Wird nur eine Methode angezeigt, nehmen Sie diese.

In der Praxis ist die Bestätigung per Videoaufnahme heute die häufigste. Die Postkarte gibt es noch, sie wird aber seltener angeboten.

Nach dem Absenden prüft Google Ihre Angaben. Das dauert laut Google bis zu fünf Werktage, meist geht es schneller.

Video-Bestätigung: was ins Bild muss

Das Video soll drei Dinge beweisen: dass das Unternehmen existiert, dass es sich an der angegebenen Adresse befindet und dass Sie es vertreten dürfen.

Filmen Sie mit dem Smartphone in einer ungeschnittenen Aufnahme von mindestens 30 Sekunden:

  • Die Außenansicht mit Straßenschild oder Hausnummer, damit der Standort erkennbar ist
  • Den Innenraum oder, bei Betrieben ohne Ladengeschäft, die Arbeitsumgebung
  • Arbeitsmittel oder Waren — Werkzeug, Fahrzeug mit Beschriftung, Geräte
  • Einen Bereich, den nur Berechtigte betreten, etwa das Büro oder das Lager

Planen Sie die Aufnahme, bevor Sie beginnen. Ein Video, das die falschen Dinge zeigt, wird abgelehnt, und der Vorgang beginnt von vorn.

Betriebe ohne festen Standort — etwa ein Handwerker, der zu Kunden fährt — können ebenfalls per Video bestätigen. Welche Inhalte dann gezeigt werden müssen, hängt vom Unternehmenstyp ab.

Fehler, die die Bestätigung scheitern lassen

Einige Stolperfallen treten immer wieder auf.

Daten während der Bestätigung ändern. Wer nach der Anforderung einer Postkarte Name, Adresse oder Kategorie ändert, macht den Code ungültig. Warten Sie, bis die Bestätigung abgeschlossen ist.

Vorschnell einen neuen Code anfordern. Ein neuer Code macht den alten ungültig. Die Postkarte braucht meist bis zu 14 Tage; der Code läuft 30 Tage nach der Anforderung ab.

Eine Scheinadresse angeben. Wer an der eingetragenen Adresse nicht tatsächlich arbeitet oder keine Post empfangen kann, gerät in Konflikt mit den Richtlinien von Google. Das kann das Profil später kosten.

Den Code weitergeben. Google verlangt für die Bestätigung weder eine Zahlung noch fragt es nach Ihrem Code. Wer beides fordert, will Sie betrügen — auch wenn er behauptet, von Google zu sein.

Was ins Profil gehört

Ein vollständiges Profil wird bevorzugt. Diese Angaben zählen am meisten:

Die Hauptkategorie. Sie beeinflusst die Sichtbarkeit stärker als jede andere Angabe. Wählen Sie die konkreteste verfügbare: »Fliesenleger« statt »Bauunternehmen«, wenn Sie Fliesen legen.

Name, Adresse, Telefon. Genau so, wie sie auf Ihrer Website und im Impressum stehen. Weichen die Angaben zwischen Profil, Website und Branchenverzeichnissen ab, verwirrt das Google und kostet Vertrauen.

Öffnungszeiten. Und zwar aktuelle. Wer an Feiertagen geschlossen hat, sollte das eintragen. Nichts verärgert Kunden mehr als eine verschlossene Tür zur angegebenen Öffnungszeit.

Einzugsgebiet. Wenn Sie zu Kunden fahren, geben Sie die Orte an, in denen Sie arbeiten. Ihre Privatadresse können Sie dann ausblenden.

Fotos. Echte Bilder Ihrer Arbeit, Ihrer Räume, Ihres Teams. Keine Stockfotos — und keine fremden Bilder, deren Rechte Sie nicht haben. Warum das teuer werden kann, steht im Artikel zu Bildrechten.

Beschreibung. Klar und konkret: was Sie anbieten, wo, für wen. Kein Werbesprech.

Bewertungen

Bewertungen gehören zu den stärksten Faktoren — für die Sichtbarkeit und dafür, ob jemand anruft.

Die ersten sind die schwersten. Bitten Sie zufriedene Kunden aktiv darum, am besten direkt nach einem gelungenen Auftrag. Ein kurzer Link zum Bewertungsformular senkt die Hürde deutlich.

Antworten Sie auf jede Bewertung. Auf positive kurz und dankend, auf negative sachlich und ohne Rechtfertigung. Wie Sie mit Kritik umgehen, lesen künftige Kunden mit.

Kaufen Sie keine Bewertungen. Gefälschte oder gekaufte Bewertungen sind unzulässig und verstoßen gegen Wettbewerbsrecht. Google entfernt sie zudem, und im schlimmsten Fall leidet das ganze Profil.

Was Sie nicht tun sollten

Drei Versuchungen, die mehr schaden als nutzen:

Schlüsselwörter in den Firmennamen packen. »Müller Elektro Braunschweig Notdienst 24h« statt »Müller Elektro«. Das verstößt gegen die Richtlinien und kann zur Sperrung führen.

Mehrere Profile für einen Standort. Ein Betrieb, ein Standort, ein Profil.

Das Profil anlegen und vergessen. Veraltete Öffnungszeiten, unbeantwortete Bewertungen, keine neuen Fotos — ein verwaistes Profil wirkt schlechter als ein gepflegtes.

Profil und Website arbeiten zusammen

Das Profil ersetzt die Website nicht, es ergänzt sie.

Das Profil bringt die schnelle, lokale Sichtbarkeit. Die Website liefert die Tiefe: Leistungen im Detail, Preise, Referenzen, das, was jemand wissen will, bevor er einen größeren Auftrag vergibt. Verlinken Sie beide miteinander, und achten Sie darauf, dass die Angaben identisch sind.

Welche Grundlagen eine Website für ein Gewerbe braucht, steht im Artikel zur Website für Gewerbetreibende.

Häufige Fragen

Kostet das Google Unternehmensprofil etwas? Nein. Das Profil ist kostenlos. Google verlangt auch für die Bestätigung keine Zahlung — wer das fordert, ist nicht Google.

Kann ich die Bestätigungsmethode selbst wählen? Nein. Google ermittelt automatisch, welche Methoden für Ihr Profil verfügbar sind. Heute ist es meist die Videoaufnahme; die Postkarte wird seltener angeboten.

Was muss im Bestätigungsvideo zu sehen sein? In einer ungeschnittenen Aufnahme von mindestens 30 Sekunden: die Außenansicht mit Straßenschild oder Hausnummer, den Innenraum, Arbeitsmittel oder Waren und einen Bereich, den nur Berechtigte betreten.

Wie lange dauert die Bestätigung? Die Prüfung dauert laut Google bis zu fünf Werktage. Eine Postkarte braucht meist bis zu 14 Tage, der Code läuft 30 Tage nach der Anforderung ab.

Muss ich meine Privatadresse angeben, wenn ich zu Kunden fahre? Nein. Betriebe ohne Ladengeschäft können die Adresse ausblenden und stattdessen ein Einzugsgebiet angeben. Eine Scheinadresse sollten Sie aber nie eintragen.

Darf ich Schlüsselwörter in den Firmennamen schreiben? Nein. Der Name muss dem tatsächlichen Firmennamen entsprechen. Zusätzliche Schlüsselwörter verstoßen gegen die Richtlinien und können zur Sperrung führen.

Kurz zusammengefasst

Für lokale Betriebe ist das Google Unternehmensprofil oft der schnellste und günstigste Weg zu ersten Anfragen. Die Bestätigung läuft heute meist per Video, und welche Methode Sie bekommen, entscheidet Google.

Wählen Sie eine konkrete Hauptkategorie, halten Sie Name, Adresse und Telefon überall identisch, sammeln Sie echte Bewertungen und pflegen Sie das Profil. Und verzichten Sie auf Tricks — sie kosten am Ende mehr, als sie bringen.