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Website-Projekt vorbereiten: Was Sie vor dem ersten Gespräch klären sollten

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Website-Projekt verzögert sich fast nie wegen der Programmierung, sondern wegen fehlender Inhalte.
  • Das Ziel der Seite lässt sich in einem Satz formulieren — wer das nicht kann, baut ins Blaue.
  • Beispielseiten helfen nur mit Begründung: was genau Ihnen daran gefällt.
  • Eine Person trifft die Entscheidungen. Abstimmung im Gremium verlängert jedes Projekt.
  • Stichpunkte statt fertiger Texte genügen — aber sie müssen von Ihnen kommen.

Wenn ein Website-Projekt länger dauert als geplant, liegt es selten an der Entwicklung. Code ist der planbare Teil.

Was ein Projekt tatsächlich aufhält, sind drei Dinge: Texte, die nicht kommen. Fotos, die es nicht gibt. Und Entscheidungen, die niemand trifft.

Jede Woche Warten ist eine Woche, in der Ihre neue Seite keine Anfragen bringt. Und jede Runde, in der sich die Richtung ändert, kostet. Die gute Nachricht: Mit einer Stunde Vorbereitung vermeiden Sie den größten Teil davon.

Inhalt
  1. Das Ziel in einem Satz
  2. Zugänge klären
  3. Texte — oder wenigstens Stichpunkte
  4. Echte Fotos
  5. Logo in der richtigen Form
  6. Beispiele — aber mit Begründung
  7. Eine Person entscheidet
  8. Angaben für das Impressum
  9. Klären Sie die Rechte vorab
  10. Was Sie nicht vorbereiten müssen
  11. Die Liste zum Abhaken
  12. Häufige Fragen
  13. Kurz zusammengefasst

Das Ziel in einem Satz

Beginnen Sie hier, denn alles andere hängt davon ab.

Was soll ein Besucher tun, nachdem er Ihre Seite geöffnet hat? Nicht »sich informieren« — sondern konkret. Anrufen. Eine Anfrage schicken. Einen Termin buchen. In den Laden kommen.

Wenn Sie diesen Satz formulieren können, ergibt sich der Aufbau der Seite fast von selbst. Jeder Abschnitt dient dann einem Zweck: den Besucher näher an diese eine Handlung zu bringen.

Wenn Sie es nicht können, bauen Sie ins Blaue. Dann entsteht eine Seite, die hübsch aussieht und nichts bewirkt.

Ein brauchbares Beispiel: »Handwerker aus der Region sollen mich anrufen, wenn sie einen Fliesenleger für Altbauten brauchen.« Darin steckt alles — Zielgruppe, Ort, Leistung, gewünschte Handlung.

Zugänge klären

Der langweiligste Punkt, und der, an dem Projekte am häufigsten stocken.

Die Domain. Gibt es schon eine? Auf wen ist sie registriert, und haben Sie die Zugangsdaten? Wenn sie auf einen früheren Dienstleister läuft, klären Sie das jetzt — nicht in der Woche vor dem Start.

Bestehende Website. Wenn es schon eine gibt: Wo liegt sie, und kommen Sie heran? Welche Inhalte davon sollen übernommen werden?

Google Business Profile. Falls vorhanden: Wer hat Zugriff?

E-Mail. Läuft Ihre Geschäftsadresse über die Domain? Dann hängt sie am Umzug.

Wer hier auf Überraschungen stößt, findet im Artikel zu fehlenden Zugangsdaten die Reihenfolge, in der man vorgeht.

Texte — oder wenigstens Stichpunkte

Hier liegt die größte einzelne Ursache für Verzögerungen.

Sie müssen keine fertigen Texte schreiben. Stichpunkte genügen völlig. Aber sie müssen von Ihnen kommen, denn niemand kennt Ihr Geschäft so wie Sie.

Beantworten Sie für sich diese Fragen:

  • Was genau bieten Sie an? Nicht alles, sondern das, womit Sie Geld verdienen wollen.
  • Für wen? Wer ist Ihr typischer Kunde?
  • Was unterscheidet Sie? Ehrlich, nicht »Qualität und Zuverlässigkeit« — das sagen alle.
  • Welche Fragen stellen Kunden immer wieder am Telefon?

Die letzte Frage ist Gold wert. Die Antworten darauf werden zum wertvollsten Teil der Seite, weil sie genau das enthalten, was Menschen wirklich wissen wollen.

Aus Ihren Stichpunkten entsteht dann der eigentliche Text. Aber ohne sie bleibt jede Formulierung generisch.

Echte Fotos

Stockfotos erkennt jeder. Das lächelnde Team im Glasbüro, der Händedruck, die Hände über der Tastatur.

Was stattdessen wirkt: Sie selbst, Ihre Arbeit, Ihre Werkstatt, Ihr Ergebnis. Ein ordentlich ausgeleuchtetes Smartphone-Foto schlägt jedes Stockbild, weil es echt ist.

Was Sie vorab sammeln sollten:

  • Ein Porträt von Ihnen, gerne mehrere zur Auswahl
  • Fotos von Ihrer Arbeit, idealerweise Vorher-Nachher
  • Wenn relevant: Räume, Fahrzeuge, Werkzeug

Achten Sie bei Fotos von anderen auf die Rechte. Wer ein Bild aufgenommen hat, hat daran Urheberrechte — auch das Foto, das ein Bekannter gemacht hat. Was bei fremden Bildern und Stockfotos rechtlich schiefgehen kann, steht im Artikel zu Bildrechten und Abmahnungen.

Logo in der richtigen Form

Ein Logo als kleines JPG aus einer E-Mail-Signatur reicht nicht. Es wird unscharf, sobald man es größer darstellt.

Gebraucht wird eine Vektordatei — SVG, EPS, AI oder PDF. Falls Sie das Logo von einem Grafiker haben, fragen Sie ihn danach. Falls Sie keins haben: auch kein Problem, für den Anfang genügt ein sauber gesetzter Schriftzug.

Beispiele — aber mit Begründung

Viele Kunden schicken Links zu Seiten, die ihnen gefallen. Das hilft, aber nur halb.

Ein Link ohne Erklärung lässt raten. Gefällt Ihnen die Farbe? Die Schrift? Wie die Preise dargestellt sind? Dass man sofort anrufen kann? Oft ist es etwas ganz anderes, als der Entwickler vermutet.

Schreiben Sie zu jedem Beispiel einen Satz: was genau Ihnen daran gefällt. Und gerne auch ein Gegenbeispiel — was Sie auf keinen Fall wollen. Das grenzt oft schneller ein als zehn positive Beispiele.

Eine Person entscheidet

Das ist der Punkt, den kaum jemand anspricht, und der Projekte am zuverlässigsten verlängert.

Wenn jede Entwurfsrunde durch drei Gesellschafter, den Partner und die Schwägerin läuft, entsteht keine bessere Seite. Es entsteht eine Seite, die niemandem wehtut — und nach jeder Runde neue Wünsche, die sich widersprechen.

Legen Sie vorab fest: Wer gibt das endgültige Okay? Diese Person darf andere fragen. Aber sie entscheidet, und ihr Wort gilt.

Angaben für das Impressum

Das Impressum ist Pflicht, und die Angaben dafür brauchen Sie ohnehin.

  • Vollständiger Name bzw. Firmenname und Rechtsform
  • Ladungsfähige Anschrift
  • Kontakt: Telefon und E-Mail
  • Je nach Fall: Handelsregister, Umsatzsteuer-ID, zuständige Aufsichtsbehörde, Berufskammer

Was genau in Ihrem Fall dazugehört, steht im Artikel zu Impressum und DSGVO.

Klären Sie die Rechte vorab

Ein Absatz im Angebot erspart später viel Ärger: Wem gehören Domain, Code und Inhalte? Bekommen Sie den Quellcode? Was darf der Entwickler wiederverwenden?

Das fühlt sich zu Beginn unnötig an, weil alle freundlich miteinander umgehen. Genau deshalb ist es der richtige Zeitpunkt. Was in diesen Absatz gehört, habe ich gesondert beschrieben.

Was Sie nicht vorbereiten müssen

Genauso wichtig: womit Sie sich nicht aufhalten sollten.

Farben und Schriften. Wenn Sie keine Vorgaben haben, schlägt der Entwickler etwas vor. Sie reagieren darauf — das geht schneller, als vorab etwas festzulegen.

Technik. Welches System, welcher Hoster, welche Programmiersprache — das ist nicht Ihre Aufgabe.

Die perfekte Seitenstruktur. Grob reicht. Der Aufbau wird gemeinsam verfeinert.

Fertige Texte. Stichpunkte genügen, wie oben beschrieben.

Die Liste zum Abhaken

Was Warum
Ziel der Seite in einem Satz Bestimmt den gesamten Aufbau
Zugang zur Domain Häufigste Blockade vor dem Start
Stichpunkte zu Angebot und Kunden Grundlage für alle Texte
Häufige Kundenfragen Werden zum wertvollsten Teil der Seite
Echte Fotos Wirken glaubwürdiger als Stockbilder
Logo als Vektordatei Bleibt in jeder Größe scharf
Beispiele mit Begründung Verhindert Missverständnisse
Wer entscheidet Verhindert endlose Abstimmungsrunden
Angaben für das Impressum Pflicht, wird ohnehin gebraucht

Mit dieser Liste startet ein Projekt schnell und endet im geplanten Rahmen. Wie lange die einzelnen Phasen realistisch dauern, lesen Sie im Artikel zur Projektdauer. Und wie sich eine gute Vorbereitung auf den Preis auswirkt, steht in der Aufschlüsselung der Kosten.

Falls Sie noch überlegen, ob Sie überhaupt einen Entwickler brauchen oder ein Baukasten genügt: Dazu gibt es einen ehrlichen Vergleich.

Häufige Fragen

Muss ich die Texte selbst schreiben? Nicht die fertigen Texte, aber die Inhalte. Stichpunkte genügen. Niemand kennt Ihr Geschäft so wie Sie, und ohne Ihren Input bleibt jeder Text generisch.

Reichen Fotos vom Smartphone? Ja, wenn sie gut ausgeleuchtet und scharf sind. Ein echtes Foto Ihrer Arbeit wirkt glaubwürdiger als jedes Stockbild.

Was, wenn ich kein Logo habe? Für den Anfang genügt ein sauber gesetzter Schriftzug. Ein Logo lässt sich später ergänzen, ohne die Seite umzubauen.

Warum soll nur eine Person entscheiden? Weil jede zusätzliche Meinung neue Wünsche bringt, die sich oft widersprechen. Die entscheidende Person darf andere fragen, aber ihr Wort muss gelten — sonst dreht sich das Projekt im Kreis.

Wie lange dauert die Vorbereitung? Meist ein bis zwei Stunden, verteilt über ein paar Tage. Die Zeit holen Sie im Projekt mehrfach wieder herein.

Kann ich auch ohne diese Vorbereitung starten? Ja, aber dann dauert es länger und wird oft teurer. Was vorab fehlt, muss im Projekt nachgeholt werden — mit Wartezeiten dazwischen.

Kurz zusammengefasst

Ein Website-Projekt ist selten wegen des Codes langsam. Es ist langsam wegen fehlender Texte, fehlender Fotos und fehlender Entscheidungen.

Formulieren Sie das Ziel in einem Satz, sammeln Sie Stichpunkte und echte Fotos, klären Sie die Zugänge und bestimmen Sie, wer entscheidet. Dann wird aus einem zähen Projekt ein zügiges.